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112 Prozent für Obersontheim: Der Jahresrückblick 2025 Ihrer Freiwilligen Feuerwehr Obersontheim

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Ein ereignisreiches, herausforderndes und teilweise bewegendes Jahr 2025 liegt hinter uns. Insgesamt 49 Mal wurde die Freiwillige Feuerwehr Obersontheim im vergangenen Jahr alarmiert. Hinter jeder dieser Zahlen steckt ein Schicksal, eine Gefahr oder eine technische Hilfeleistung – und immer das ehrenamtliche Engagement derer, die bereitstehen, wenn andere Hilfe brauchen.

Ein feuriger Start und der Blick über den Tellerrand

Das Jahr begann ohne lange Anlaufzeit. Bereits am 20. Januar wurden wir um 19:29 Uhr in den Ortsteil Mittelfischach gerufen. Ein gemeldeter Dachstuhlbrand stellte sich als Brand im Obergeschoss heraus, bei dem die Flammen bereits aus der Balkontür schlugen. Dank eines massiven Angriffs durch Atemschutztrupps konnten wir das Feuer zügig bändigen und ein Übergreifen auf den gesamten Dachstuhl verhindern. Die gute Zusammenarbeit mit den Wehren aus Bühlerzell, Bühlertann und der Drehleiter aus Schwäbisch Hall zeigte bereits hier: Im Bühlertal verlassen wir uns aufeinander.

Neben der Brandbekämpfung investierten wir viel Zeit in Fortbildung. Ein besonderes Highlight für unsere Fachgruppe Feuerwehr-Sanitäter war der Besuch bei der ADAC Luftrettungsstation „Christoph 65“ in Dinkelsbühl im Februar. Der direkte Austausch mit Pilot Jens und Notfallsanitäter Robin sowie die Besichtigung des Airbus-Helikopters H135 waren beeindruckend. Zu wissen, dass Hilfe aus der Luft im Ernstfall nur 10 Flugminuten von Obersontheim entfernt ist, gibt ein sicheres Gefühl für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum.

Ein Sommer im Zeichen der Trockenheit

Die extreme Trockenheit im Frühjahr und Sommer hielt uns in Atem. Wir bereiteten uns intensiv in Übungen auf Vegetationsbrände vor – ein Training, das sich auszahlen sollte.

Im Juli und August wurden wir gleich zweimal zur Überlandhilfe gerufen, als landwirtschaftliche Maschinen Feuer fingen. In Geifertshofen brannte eine Ballenpresse, in Bühlertann ein Mähdrescher. Besonders in Geifertshofen zeigte sich wieder einmal der enorme Zusammenhalt in unserer Region: Zahlreiche Landwirte unterstützten uns mit Wasserfässern und Maschinen, um das Brandgut auf den Feldern auseinanderzuziehen und eine Ausbreitung des Flächenbrandes zu verhindern.

Die Nacht, die alles veränderte: Der Brand der Obersontheimer Herrenmühle

Es war die Nacht zum Montag nach unserem Weihnachtsmarkt, der 01. Dezember 2025, als um 02:41 Uhr die Melder schrillten. Schon auf der Anfahrt wurde klar: Dies wird kein gewöhnlicher Einsatz. Der Himmel über der Ortsmitte war orange gefärbt – die historische Herrenmühle, ein Wahrzeichen unseres Ortes, stand im Vollbrand.

Die Herausforderungen waren gigantisch:

Massiver Löschangriff: Unter der Leitung der Feuerwehr Obersontheim kämpften die Wehren aus Bühlertann, Bühlerzell und Schwäbisch Hall gegen die Flammen. Die Feuerwehr Frankenhardt unterstützte die Führungsgruppe und sicherte den Brandschutz im oberen Bühlertal ab.

Schutz der Nachbarschaft: Die enorme Hitze bedrohte dicht anliegende Gebäude. Evakuierungen waren unumgänglich.

Eisige Bedingungen: Durch die Kälte drohte das Löschwasser in den Abendstunden auf den Straßen zu vereisen, was Dank den Kollegen vom Bauhof erfolgreich verhindert wurde.

Trotz des rasanten Brandverlaufs gelang es uns, ein Übergreifen auf umliegende Gebäude zu verhindern. Doch die technische Erleichterung wurde am Vormittag von Trauer überschattet: In den Trümmern wurde eine Person gefunden, für die jede Hilfe zu spät kam. 

Nach 16 kräftezehrenden Stunden und dem notwendigen Abtrag des akut einsturzgefährdeten Gebäudes endete ein Einsatz, der als einer der emotionalsten und schwersten in die Chronik unserer Wehr eingehen wird.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Gemeinschaft

Ein solches Jahr lässt sich nicht allein bewältigen. Die Feuerwehr ist nur so stark wie der Rückhalt, den sie in der Bevölkerung genießt.

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die uns das Jahr über unterstützt haben. Ob es die Landwirte waren, die im Sommer mit ihren Traktoren an unserer Seite standen, oder die Anwohner, die uns in der kalten Brandnacht an der Herrenmühle spontan mit heißem Kaffee und Verpflegung versorgten – diese Gesten sind es, die uns motivieren und zeigen: In Obersontheim hält man zusammen.

Ebenso gilt unser Dank den Familien und Partnern unserer Kameradinnen und Kameraden, die oft auf uns verzichten müssen, sowie der Gemeinde für die stete Unterstützung.

Kommen Sie gesund durch das neue Jahr!

Ihre Freiwillige Feuerwehr Obersontheim